Zeichnung (359) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

Mönchsteich. 

(1978) 

Zeichnung (360) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"'Ich Habe Hunger. Vielen Dank!' zitiert die Typografie eines Bettlerschildes, das 1988 Teil meiner Ausstellung Der Untergang der Bismarck in der Zwinger Galerie in Berlin war. Für fünf DM am Tauentzien vom Galeristen im Auftrag des Künstlers erworben, wurde es zu einem Quadratzentimeterpreis von 1,75 DM gewinnbringend weiterverkauft. Dazu das Abbild eines Teenagers im Duschraum einer amerikanischen Prep School - aus Straight To Hell Nr. 47 aus dem Jahr 1980, als die Menschen noch nicht massenhaft mit Nuckelflaschen in der Hand in Sportstudios auftauchten. Er verdeckt seine Blöße mit seinen Jockey shorts. Eine Hand wirft ein Netz zu kurz in seine Richtung und weist zugleich mit einem Zeigestab auf den Magneten einer Elektronenbeschleunigungsanlage, deren gebündelte Strahlen aus der Bahn zu laufen scheinen. Am Strand eines Räuberbarons auf Long Island ist die übergroße Attrappe einer Haifischflosse angeschwemmt und verleiht der Gefährlichkeit all dieser möglichen Beziehungen eine gewisse Lächerlichkeit." (Aus: The End, Disko 22, 2011)

(1988) 

Zeichnung (361) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

Akrobaten. 

(1978) 

Zeichnung (362) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Wirtschaftsförderungskäse: Wenn es denn so wäre. Gefördert wird vielmehr eine Karikatur des Geschäftslebens, die, wenn es denn einmal in einem von hundert Fällen mit dem Rückfluß des eingesetzten Kapitals klappt, sich mit der Überreichung quadratmetergroßer Schecks feiern läßt, um zugleich eine neue Ladung Schotter für den nächsten Dreck einzusacken. Gefördert werden durchformalisierte Drehbücher oder das, was das 'breite' Publikum angeblich sehen will, es dann aber doch sein läßt, weil es inzwischen vom US-Fernsehen gelernt hat, was ein Film sein könnte, außerhalb bewahrpädagogischer Anstrengungen. Ein durchschaubarer Als-ob-Mechanismus, mit dem man Kulturpolitiker einseifen kann, die unter Rechtfertigungsdruck leiden. Wenn man sich so schämt, Kultur zu fördern, sollte man es vielleicht gleich ganz sein lassen. Oder es zumindest nicht 'Kultur' nennen. Insofern stimmt der Begriff 'Wirtschaft' auch wieder, steht er doch für so vieles, was sich nicht rechnet, und eine Sphäre, in der ungehemmt gemauschelt werden kann." (Aus: arsenal, märz 20).

Beispiel 11, der Anblick eines Kopfes, der in Frankfurt am Main, dort, wo unter dem Pflaster angeblich ein Strand gewesen sei, ein Hochhaus spaltet. Ein erigierter Stadtindianer ragt aus einer Hose hervor.

(1983) 

Zeichnung (363) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

Brasilia.

(1977) 

Zeichnung (364) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Concerned friends - besorgte Freunde, zwei schwarze Balken, die zu mouches volantes schrumpfen und ein Löwe, dem von einem Engel das Maul aufgerissen wird und der einen Strick hervorwürgt. Das Seil hängt in einer Schlinge, die aus einer von Werbung betörten Menschenmasse hervortritt. Sie bekommt, was sie sieht: You get what you see, und winkt Auf Nimmerwiedersehen!  Das vergangene Wintersemester war mein letztes an der Universität der Künste Berlin. Was mir 1993 vorschwebte, war eine "poetische" Lehre, was immer das auf dem Feld des Films, auf dem gewöhnlich Binsenwahrheiten verbreitet werden, und trotz dieses falsch gesetzten Adjektivs auch hat sein können. Die Bildunterschrift "... aber der Anschein von Zufälligkeit tritt immer wieder ein" druckte mein Freund David Marc zu dieser 1975 angefertigten Zeichnung in seinem Buch Bonfire of the Humanities - Scheiterhaufen der Geisteswissenschaften ab und eröffnete damit dessen zweites Kapitel mit dem Titel: "Die Kunst zu lesen und zu schreiben - liebe sie oder laß es bleiben". (Aus: arsenal, februar 13).

(1975)

Zeichnung (365) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

Aus den von Mouches Volantes umgebenen Balken tauchen Erinnerungen an Hände mit Tassen und Reihen von Koffern auf. Trinken und Reisen, zusammengefaltete Hemden. 

(1976) 

Zeichnung (366) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Mouches volantes vor zwei Fenstern der Bibliothek der State University of New York in Binghamton, 1974. Bei fast geschlossenen Pupillen, in großer Helligkeit, rückt die Oberfläche des Augapfels und die darauf oder im Glaskörper selbst schwimmenden oder schwebenden Kleinteile und ihre Schatten in die Erkennbarkeit. Das Sehen bezieht sich auf sich selbst, das Auge wird selbstreflexiv. Hermann von Helmholtz hat sie zuerst beschrieben. Ich saß im Max Reinhardt Archive und ekelte mich vor meiner Recherche. Und endlich Warum die Fackel nicht erscheint von Karl Kraus in Die Fackel Nr. 890-905 gelesen, Ende Juli 1934 auf 315 Seiten erschienen, der beste Aufsatz in deutscher Sprache, den ich je gelesen habe. Zuvor noch die vierseitige Die Fackel Nr. 888 mit Kraus' Rede am Grab von Adolf Loos vom 25. August 1933 und seinem Gedicht 'Man frage nicht, was all die Zeit ich machte', das mit Häme zu überziehen, sich die journalistischen Zuarbeiter des Grauens nicht nehmen ließen. Und damit das Kapitel 'Reinhardt' abgeschlossen." (Aus: arsenal, juli/august 2012).

(1974) 

Erstveröffentlichung in BOA VISTA 2, Hamburg 1975

Zeichnung (367) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Fortsetzung zu August 2012: Ich starrte also im Sommer 1974 in der Bibliothek der SUNY Binghamton an die Decke und versuchte, mir die mouches volantes aus den Augen zu wischen und die Frage zu beantworten, was an 'Prominenz' noch zu analysieren sei, nachdem sie Karl Krauss in Die Fackel Nr. 890 als nimmermüden Quell für Null-Nachrichten geoutet hatte: Unter der Überschrift 'Max Reinhardt der Zugkatastrophe entronnen' konnte man erfahren, dass Reinhardt zu Weihnachten 1933 bei Lagny in Frankreich 'beinahe' das Opfer einer Zugkatastrophe geworden wäre. 1993 gab der Publizist der Gruppe Frankie Goes To Hollywood die gebührende Antwort: Holly Johnson, der Sänger der Band, war 'nicht' bei dem Anschlag auf  Pan Am Flug 103 über Lockerbie ums Leben gekommen, weil er den Flug verpasst hatte. Das war ungefähr so sensationell lustig, wie wenn Westberliner Edelfedern mit hergesucht gedrechselten Petitessen und verschroben hintersinnigen Pretiösitäten eine Filmgeschichtsschreibung zu verfeinern suchten, die es gar nicht gibt." (Aus: arsenal, juli/august 2013).

(1974) 

 Erstveröffentlichung in BOA VISTA 2, Hamburg 1975

Zeichnung (368) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Ein Blick in den Raum unter meinem Schreibtisch in 100 Hudson Street, 1974. Briefe, Hefte und Bücher in einer Schublade und auf dem Tisch. Jaune - ein Wort auf einem Stück Stoff, aufgelesen im Garment District der Stadt. Eine Matrix und die Kombination ihrer einzelnen Teile, drei abgetragene Schuhe auf Linoleum. Die Komik, sich von den eigenen, geklonten Einzelteilen wie von Satelliten umzingelt zu sehen. Keine lineare Story, sondern eine in ihren logischen Möglichkeiten kreisende Wiederholung. Den Objekten wird der Boden unter den Füßen weggezogen. Der Raum verliert seine Stabilität und wechselt von Ausschnitt zu Ausschnitt seine Perspektive. Die Balance auf der Fläche des Bodens erscheint extrem gefährdet. Die Schuhe schonen Haut und Knochen und sind obendrein Gewichte, die den Körper mit dem Boden verhaften. So schlagen einem die Füße nicht hinter dem Kopf zusammen. Ein irgendwie aufrechter Gang wird möglich, wie alles Menschliche längs einer Achse organisiert, die den Anschein von Spiegelsymmetrie bietet." (Aus: flypaper #5, 2010).

(1975)

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